von Matthias Jung
Anspruch des Beitrages ist es, exemplarisch einige aus der Soziologie kommende theoretische Modelle,
die zur Rekonstruktion der Sozialstrukturen prähistorischer Gesellschaften im Allgemeinen und der von
Geschlechterverhältnissen im Besonderen häufig herangezogen werden, auf ihren Erklärungswert hin abzuklopfen.
Insbesondere an dem Rollen- und dem Machtbegriff lässt sich anschaulich zeigen, wie Konzepte, die nur
innerhalb eines spezifischen theoretischen Gefüges ihre erklärende Kraft entfalten können, isoliert
übernommen, verabsolutiert und auf prähistorische Verhältnisse projiziert werden. Der Grund hierfür
liegt in paradox erscheinender Weise nicht in einer durch theoretische Uninformiertheit bedingten
Voreingenommenheit, sondern diese ist eher einer theoretischen Überinformiertheit geschuldet, in
deren Folge Eigentümlichkeiten des (post-)modernen Subjektes als universell missverstanden werden.
Entwickelt werden diese Überlegungen nicht abstrakt und allgemein, sondern anhand konkreter
eisenzeitlicher Befunde und ihrer Deutungen.
von Raimund Karl
Ein zentrales Credo und eine populäre Kritik der Gender-Archäologie an der "traditionellen archäologischen
Interpretation" ist, dass ein Grab mit Waffenbeigabe noch lange kein Männergrab, eins mit Schmuck,
Spinnwirtel oder Spiegel noch lange kein Frauengrab sein muss. Das stimmt natürlich auch, so lange das
biologische Geschlecht gemeint ist.
In diesem Beitrag soll herausgearbeitet werden, dass wenigstens im Bereich der britischen Eisenzeit
und des britischen Frühmittelalters dennoch Gräber mit Waffenbeigabe stets "Männergräber" sind, wenigstens
soweit das soziale Geschlecht der bestatteten Person betroffen ist. Zu diesem Zweck werden historische
Quellen betrachtet, die sich mit Landeigentum beschäftigen: Denn die soziale Rolle als "vollwertiger" Mensch
(und das ist, laut diesen Texten, mit dem sozialen Geschlecht "Mann" gleichzusetzen) scheint direkt an eben
daran und mit dem Landeigentum verknüpfte Verpflichtungen gebunden zu sein.
Aus diesen mit Landeigentum verbundenen Verpflichtungen sticht wiederum eine den frühmittelalterlichen
Autoren insbesondere im Fall der Frauenlanderbschaft ganz besonders wichtig erscheinende hervor: die
Verpflichtung aller Landeigentümer zur Landesverteidigung. Denn laut den Quellen kann eine Frau in den
"keltischen" Regionen der britischen Inseln durchaus Landeigentum erwerben; ihr volles Landerbteil erhält
sie jedoch nur dann, wenn sie auch die Verpflichtung zur Landesverteidigung auf sich nimmt. Tut sie dies,
dann ist sie wenigstens rechtlich gesehen praktisch ein Mann, mit allen damit einhergehenden Rechten
(und eben auch Pflichten).
Das Konzept des individuellen Landeigentums ist seinerseits sicherlich historisch gewachsen. Die Entwicklung
dieses Konzepts geht jedenfalls vor die Zeit der frühmittelalterlichen Texte zurück; ja der Beginn
dieser Entwicklung scheint sich sogar archäologisch einigermaßen deutlich fassen und auf etwa die
Spätbronzezeit datieren zu lassen: Denn ab dieser Zeit entwickeln sich Landnutzungsstrukturen und
Siedlungsarchitekturen, die nicht nur bis ins Frühmittelalter fortleben sondern auch deutlich darauf
hinweisen, dass die Kontrolle von Land eine zentrale soziale Ressource war.
Aus diesen Fakten lässt sich der Schluss ziehen, dass seit der Spätbronzezeit auf den britischen Inseln
Landeigentum mit der Verpflichtung zur Landesverteidigung gekoppelt war; der Landeigentümer darüber hinaus
sozial als Mann betrachtet wurde; und daher das Objekt, das den Mann als solchen zu erkennen gab, seine
Waffe war. Gräber mit Waffenbeigabe können daher in nachspätbronzezeitlichen Kontexten auf den
britischen Inseln berechtigt als Männergräber interpretiert werden gleichgültig welches biologische
Geschlecht die darin bestattete Person hatte.
von Nina Batram
Es ist ein bekanntes Phänomen, dass zumeist spezifische Aspekte sozialen Lebens, wie z. B. Geschlechterrollen
oder politische Hierarchien, im Zentrum archäologischen Interesses stehen. Da dies jedoch den Blick sehr
einschränkt und zudem zu Zirkelschlüssen führen kann, wird hier vorgeschlagen den Fokus auf "soziale Rollen"
im Sinne der Habitusgruppen nach Bourdieu zu legen, da auf diese Weise all jene Aspekte berücksichtigt werden
können. Um die Frage nach einer bestimmten Rolle stellen zu können, müssen die Zugehörigkeitskriterien
zunächst für die betreffende zu betrachtende Gemeinschaft definiert werden. Denn die Möglichkeit oder
Verpflichtung und der Zeitpunkt des Einnehmens einer solchen ist keinesfalls beliebig oder allein vom
Individuum abhängig. Vielmehr sind derlei Dinge kulturimmanent und unterliegen Regeln und Vorstellungen,
welche über eine große zeitliche Distanz, wenn überhaupt, nur sehr schwierig nachvollziehbar sind.
Soziologie und Ethnologie bieten hierbei interessante handlungstheoretische Ansätze sowie Beispiele, deren
Übertragbarkeit auf den archäologischen Befund jedoch keinesfalls unproblematisch ist, da uns die
Bewertungssysteme der zu betrachtenden Gemeinschaft unbekannt sind. Ziel meines Vortrages soll es sein,
mögliche Herangehensweisen vorzuschlagen und zu diskutieren, sich eben diesen Systemen zu nähern, um ein
besseres Verständnis vergangener Gesellschaften, in diesem Fall der Jüngeren Römischen Eisenzeit Seelands,
zu entwickeln.
von Hazel Butler
For decades now, archaeologists have been hypothesising about the social structure of the Iron Age, from
kingroups to royal elites; theories are abundant and highly debated, with problems ranging from whether or
not we can build models of "Celtic" society at all, to the sources it is acceptable to utilise in the construction
of social models. One aspect to society however remains hotly debated in theory, and yet conspicuously absent in
practice: the "invisible" women of every day society. Along with other minority groups, such as children and slaves,
they are one social group considered to be absent from the archaeological record. They are not absent; we are
just perpetually reluctant to actually look at them, and thus they remain, the sight unseen.
There are numerous publications now detailing the pitfalls of neglecting the women of prehistory, it is
certainly no news that we know very little about the roles of "Celtic" women. What we do know is generally
confined to the realms of the extraordinary the "princess" of Vix, the chariot burial at Wet-Wang Slack, the
Classical accounts of Boadicea and Cartimandua, and the mythological figures of the early medieval myths of
Britain. Why are ordinary women so completely neglected in social models? And how can we begin to build a better
understanding of their roles, rites and activities in every day society? Gender and feminist archaeologists
keep clamouring for an equal consideration of women in prehistory but how exactly can we achieve this, without
falling into the trap of overcompensation and the construction of fallacy?
This paper will explore the reasons for the absence of women in social models and the practical ways in which
we can address this problem and gain realistic insights into the "ordinary" women of Iron Age Britain. It will
discuss the misconceptions formed by focus on the "extra ordinary" women and how they are seen by most as being
the "only" evidence for women at this time. It will also consider the reasons why so many scholars are eager to
point out the areas in which studies of women are lacking, and so reluctant to actually attempt to fill these voids.
von Maya Hauschild/Mirjam Scheeres
Für das 4./3. Jh. v. Chr. überliefern uns die antiken Autoren historische Ereignisse, die mit den sogenannten
"Keltischen Wanderungen" in Verbindung gebracht werden. In einem interdisziplinären Projekt, finanziert durch die
Deutsche Forschungsgemeinschaft, werden in einer engen Forschungskooperation von Archäologie und Anthropologie
Charakter und Umfang von Mobilität und Migration in der Eisenzeit untersucht. Die Arbeitsgruppe setzt sich zusammen
aus Mitarbeitern der Institute für Vor- und Frühgeschichte und Anthropologie der Johannes Gutenberg-Universität
sowie des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz.
Primäres Ziel des Projektes ist der Nachweis von einheimischen und ortsfremden Individuen aus ausgewählten
latènezeitlichen Nekropolen des 4./3. Jhs. v. Chr. Die Analyse stabiler Isotope sowie die zusätzliche Anwendung
der Molekulargenetik (aDNA) ergaben für die beprobten Fundplätze archäologisch nachvollziehbare Verbindungen
zwischen Kern- und Expansionsraum der Latènekultur. Diese Ergebnisse bekunden zwar die keltische Einwanderung
in den Osten und Süden Mitteleuropas, spiegeln jedoch nicht das Bild der "Keltischen Wanderungen", wie es
historische Quellen vermitteln, wider. Statt ganzer Bevölkerungsgruppen traten eher einzelne Individuen und
kleinere Gruppen von Migranten im Expansionsgebiet auf und integrierten sich über Generationen hinweg in eine
Mischbevölkerung. Die bisherigen Analysen weisen dabei einen regelmäßigen Anteil mobiler Individuen nach,
darunter sowohl Männer und Frauen als auch Kinder.
Mobilität in historischen Gesellschaften wird gerne mit einer klaren Rollenverteilung der Geschlechter
erklärt, die häufig aus gesellschaftspolitischen Verhältnissen anderer Zeitepochen projiziert wird. Für die
Eisenzeit wird postuliert, dass männliche Mobilität vor allem bei Söldnern oder bewaffneten Gefolgsmännern,
Händlern, Wanderarbeitern oder Handwerkern vorliegt, weibliche Mobilität wird meist infolge von "Einheirat"
begründet. Zur Überprüfung dieser Hypothesen sollen die Ergebnisse der Isotopen-Analysen an ausgewählten
Gräberfeldern aus dem Zeitalter der Keltischen Wanderungen auch unter Aspekten der Gender-Forschung
betrachtet werden.
von Claudia Tappert
Antike Quellen, die sich mit den keltischen Wanderungen des 4. und 3. Jahrhunderts v. Chr. nach Italien,
Griechenland und Kleinasien befassen, betonen vor allem deren kriegerisch-männlichen Aspekt. Häufige Funde von
Schwertern und Lanzen in Gräbern dieser Zeit scheinen die Sichtweise der antiken Autoren archäologisch zu
bestätigen. Aus einigen der Textstellen geht jedoch eindeutig hervor, dass in großer Zahl auch Frauen bzw.
ganze Familien an den Wanderungszügen beteiligt waren. Zwar wurden von archäologischer Seite immer wieder
einzelne Funde weiblicher Trachtausstattung, die fernab ihrer vermuteten Herstellungsgebiete in Ungarn,
Griechenland und der Türkei gefunden wurden, als archäologische Belege für die historisch überlieferten Vorgänge
gewertet. Die Rolle, die Frauen bei den Wanderungen gespielt haben könnten, wurde bisher aber kaum näher
beleuchtet. Sowohl in der althistorischen als auch in der archäologischen Forschung blieben Frauen entweder
gänzlich unerwähnt oder es wurde ihnen eine rein passive Rolle zugeschrieben.
Neben entsprechenden Schriftquellen liegen nun immer mehr archäologische Daten vor, welche die aktive
Beteilung von Frauen an den Wanderungen illustrieren. Isotopenanalysen an Zähnen und Knochen lassen zum Teil
sehr detaillierte Aussagen über die Lebensläufe einzelner Personen zu. Anhand ausgewählter Schriftquellen
und archäologischer Befunde soll gezeigt werden, dass Frauen bei den Wanderungen eine bedeutende Rolle
spielten und auch als Entscheidungsträgerinnen in Erscheinung traten. Darüber hinaus legen Isotopenanalysen
an bayerischen Skeletten nahe, dass sich im frühen 3. Jahrhundert v. Chr. Personen, darunter auch
Frauen, aus dem mittleren Donaugebiet/Karpatenraum in Bayern niederließen. Möglicherweise sind diese
"Rückwanderer" im Zusammenhang mit der Niederlage bei Delphi zu sehen.
von Julia Koch
Im Rahmen des vom BMBF geförderten Forschungsprojektes "Lebenslaufrekonstruktion mobiler Individuen in
sesshaften Gesellschaften" der Universität Leipzig und des MPI für Evolutionäre Anthropologie Leipzig
wird mit aktuellen archäologischen und naturwissenschaftlichen Methoden eine Annäherung an die
Rekonstruktion eisenzeitlicher Mobilitätsstrukturen unternommen.
Ausgehend von der These, dass das individuelle Mobilitätsverhalten sowie die Integrationsmöglichkeiten von
Fremden in Abhängigkeit des durch Alter und Geschlecht definierten Sozialstatus stehen, wird untersucht,
wie diese Aspekte in Modelle zu Technologietransfer und Kulturkontakten integriert werden können. In dem
Vortrag sollen die Vorgehensweise der neu entwickelten Integrationsanalyse sowie erste Ergebnisse am
Beispiel des hallstattzeitlichen Magdalenenberges (Schwarzwald-Baar-Kr.) vorgestellt werden.
von Allard Mees
Der Gesamtplan des hallstattzeitlichen Tumulus vom Magdalenenberg bei Villingen-Schwenningen zeigt
insgesamt 136 Gräber, die kreisförmig um das zentrale Fürstengrab in den Hügel eingelassen sind. Die
Anordnung dieser Gräber lässt genau diejenigen Sternbilder erkennen, die zum Zeitpunkt der
Sommersonnenwende sichtbar sind. Die bereits vor der Hügelaufschüttung angebrachten Stangensetzungen
dienten zur Erfassung der Mondwenden. In der Hallstattzeit sind (wie am Glauberg) erstmals
Mondwendenerfassungen nachweisbar. Die historischen astronomischen Daten sprechen für eine Anlage
des Kalenderwerks im Sommer des Jahres 618 v. Chr., was mit den überlieferten Dendrodatierungen
übereinstimmt. Das wichtigste Nebengrab (das Doppelgrab "Edelfrau und Zofe") enthielt Objekte, die
die Einbindung der weiblichen Elite in die programmatische Gestaltung des Fürstengrabs deutlich machen.
von Nils Müller-Scheeßel
Ältereisenzeitliche Gräber zeichnen sich durch stark alters- und geschlechtsspezifische
Beigabeensembles aus. Zusammen mit der ebenfalls unübersehbaren Variabilität der Grabausstattung
lässt dies vermuten, dass Alter und Geschlecht nicht nur wichtige Parameter in der Darstellung im
Grab, sondern höchstwahrscheinlich ebenso im Leben waren. Angesichts des teilweise sehr hohen
Aufwandes bei der Grablege müssen die Bestattungszeremonien darüber hinaus auch einen hohen Stellenwert
im gesellschaftlichen Leben eingenommen haben. Vor diesem Hintergrund ist das regelhafte Vorkommen in
zeitgleichen Siedlungen von offenbar ohne aufwändige Vorkehrungen in Gruben deponierten Toten aller
Altersgruppen und beider Geschlechter umso verblüffender.
In meinem Vortrag möchte ich diese beiden Gruppen von Toten diejenigen aus "regulären" Gräbern und
diejenigen aus Siedlungskontexten gegenüberstellen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der
Alters- und Geschlechtszusammensetzung sowie der Ausstattung mit Trachtbestandteilen herausarbeiten.
Auch die Toten in den Siedlungsgruben tragen nämlich häufiger Bronze- oder Eisenschmuck, jedoch ist
dies ausschließlich "weiblicher" Schmuck, wie auch die anthropologischen Untersuchungen, soweit sie
bereits vorliegen, bestätigen. In den Gruben wurden also ausschließlich Frauen in archäologisch
nachweisbarer Weise mit geschlechtsspezifischen Markern deponiert.
Diese und weitere Beobachtungen sollen nicht nur hinsichtlich der Gründe, wieso die Toten in die
Siedlungsgruben gelangt sind, diskutiert werden, sondern auch in Hinblick auf die Frage, was für
Konsequenzen sich aus der Ungleichbehandlung von "regulären" und "irregulären" Bestattungen einerseits
und von Frauen und Männern in den Siedlungsgruben andererseits für die Interpretation der ältereisenzeitlichen
Geschlechterrelationen ergeben.
von Corinna Endlich
Weltweit wurden in den Moorgebieten Reste menschlicher Verstorbener entdeckt. Je nach Erhaltungszustand
und dem jeweiligen Stand der Wissenschaft wurden schon bald nach einer Erstanalyse Details über die Toten
veröffentlicht. Bereits in der übersichtlichen Zusammenfassung von van der Sanden in den 1990er Jahren
wird deutlich, dass es sich bei den Moorleichen überwiegend um männliche Tote handelt.
Moderne Untersuchungsmethoden haben heute den Erkenntnisgewinn am Objekt "Moorleiche" um ein Vielfaches
erhöht; auch im Hinblick auf die Geschlechtsbestimmung. Da nun beispielsweise das "Mädchen von Windeby" oder
die "Frau aus der Esterweger Dose" zu Männern geworden sind, richtet dieser Vortrag den Blick auf das
Phänomen der überwiegend als männlich identifizierten Moorleichen. In einer kurzen Übersicht werden die
gut erforschten Toten vorgestellt wie der Mann von Husbäke, der Mann von Tollund oder der
Grauballe-Mann , um dann nach möglichen Ursachen für die "männliche Dominanz" zu forschen.
von Cloι Belard
First, I will tackle the way in which we have comprehended, in Champagne, since the 19th century and till
today, the determination of the sex of the deceased from the objects of graves, which was primarily based on the
presence or absence of weapons. As opposed to this, graves without weapons but with sets of jewels have been
allocated to females. Graves without weapons or jewels were described as "indeterminate" (which
represent 40 % of the dead people in my corpus), and the hypothesis was set, based directly on the
tradition of Greco-Roman writings on men/women relations, in which women, when they were
mentioned, were necessarily subordinated to men. They could only be "wives" or "mothers", did essentially
household chores, and could not be in any case socially and publically active. They could be, at best, "close"
to power. This approach is still deeply rooted in France, and attempts to get out of this dual
interpretation of the communities of the end of the First and the Second Iron Age are almost nonexistent.
This is why the notion of gender is fundamental in order to consider another "reading" of mortuary remains.
I will try in a second part to present to you a foray to draw up a method, based on statistic tools, in order
to value the various gender represented in all aspects of mortuary practices. It is aimed at determining
discriminatory criterions between the genders, indicative criterions and irrelevant ones for the gender of
the deceased, which allow to set up different categories represented in the mortuary sphere. So it will
allow us to assess the degree of "involvement" of gender in the construction of funerary sets. As a result,
all the dead people in the necropolises could be considered in interpretations, and women could be
perceived as having had many identities and active functions in past societies.
von Melanie Augstein
Ebenso wie Objekte kann auch der menschliche Körper der Übermittlung von Bedeutungen und Inhalten dienen.
Während er als Zeichenträger als Träger von Kleidung, Trachtbestandteilen oder von statusanzeigenden
Objekten in der Prähistorischen Archäologie anerkannt wird, ist er hier als Zeichen selbst, als genuines
Medium der Kommunikation bislang nicht konzeptualisiert worden.
Individuen verfügen zu Lebzeiten über unterschiedliche soziale Identitäten, die sich im Bestattungskontext
auf unterschiedliche Art und Weise und durch komplexe Bezüge äußern können. In hallstattzeitlichen
Gräberfeldern insbesondere des Altmühl-, Isar- und Taubertals finden sich Bestattungen, deren Niederlegung
von der Norm der gestreckten Rückenlage mit parallel zum Körper liegenden Armen dadurch abweicht, dass die
Arme stark angewinkelt sind, sodass die Hände auf dem Bauch, der Brust oder den Schlüsselbeinen liegen.
Anthropologischen Bestimmungen zufolge handelt es sich bei diesen Verstorbenen weit überwiegend um
erwachsene Frauen, seltener um Kinder.
Da eine entsprechende Verlagerung der Körper durch taphonomische Prozesse auszuschließen ist, handelt
es sich folglich um eine intendierte Manipulation, um eine Inszenierung, die in kommunikativer Absicht
geschieht. Es ist der Körper, so lautet die meinem Vortrag zugrunde liegende These, der von den Bestattenden
als Zeichen eingesetzt wird, um die Zugehörigkeit der bestatteten Frauen zu einer bestimmten sozialen
Gruppierung anzuzeigen, die unter anderem durch das Geschlecht determiniert ist. Anhand ausgewählter
Beispiele sollen Ansätze und Grenzen der Interpretation der Kommunikation und Inszenierung von Geschlecht
und Identität im archäologischen Befund durch das Medium "Körper" diskutiert werden.
von Katharina C. Rebay-Salisbury
In diesem Beitrag möchte ich den Körper als Mittelpunkt der menschlichen Erfahrung zum Ausgangspunkt nehmen,
Geschlecht und Geschlechterrollen in der Hallstattzeit des Nordostalpenraums (Niederösterreich, Burgenland,
Teile Mährens, der Slowakei und Ungarns) neu zu definieren. Die archäologische Analyse von
Geschlechteridentitäten gestaltet sich in diesem Raum von jeher schwierig, da Brandbestattungen
vorherrschen und wichtige Grabkomplexe oft nur von schlecht dokumentierten Altgrabungen bekannt sind.
Die Forschung ist außerdem durch die Erwartungshaltung der WissenschaftlerInnen geprägt: Gräber
werden in traditioneller, binärer Denkweise immer nur für ein besonderes Individuum angelegt, und
dieses Individuum muss eben entweder Mann oder Frau sein. Theoretische Ansätze zu Geschlechterforschung
in der Gräberarchäologie haben sich jedoch in den letzen Jahren von intuitiver Zuschreibung von
Geschlecht über Gegenüberstellung anthropologischer und archäologischer Daten bis hin zu einer
Archäologie der Performanz entwickelt. Das Begräbnisritual wird als Rahmen gesehen, in dem soziale
Werte ausgedrückt und Rollen verhandelt und gefestigt werden. Wie Geschlechter kategorisiert und
verstanden werden, fließt in diese Performanz mit ein. Außer Gräbern stehen uns als weitere Quelle
zu Geschlechterrollen einige Menschenbilder zur Verfügung, die zumeist in Keramik geritzt, gestempelt
oder auch auf Keramik gemalt sind. Auch ihre Interpretation beruht häufig auf dem binären
Geschlechtermodell, obwohl verschiedene Indizien auf die Darstellung mehrerer unterschiedlicher
sozialer Gruppen hindeuten. Geschlechterideologien werden nicht ausschließlich, aber doch auf Grundlage
des menschlichen Körpers entwickelt, der gleichzeitig Mittelpunkt der Umwelterfahrung ist. Durch die
menschlichen Sinne wird die Umwelt begreifbar und Bewegung durch Landschaften ermöglicht. In der
Hallstattzeit werden Gräber zu Monumenten entwickelt, und die hallstattzeitliche Landschaft wird
durch Zusammenhänge zwischen Siedlungen und Grabhügeln gestaltet. So möchte ich mit einigen
Beispielen in diesem Beitrag auch zeigen, wie auf die Bewegung des Körpers Rücksicht genommen wurde,
als die hallstattzeitlichen Monumentallandschaften angelegt wurden.
von Maria Xagorari-Gleißner
Die Forschung hat sich in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts intensiv mit den attischen
Grabreliefs beschäftigt und sie dabei als Selbstrepräsentation der athenischen Bürger verstanden. Im Rahmen
dieser Interpretation wurden die Grabreliefs von Fremden, Metöken, Sklaven und Ammen kaum berücksichtigt. Die
Forschung hat nur am Rande notiert, dass die Nicht-Bürger entweder die Ikonographie der Athener nachahmten
oder für sich Themen aus ihrem Leben auswählten. Darunter zählen die sog. Berufsdarstellungen, denn den
Nicht-Bürgern war die Ausübung eines Berufs lebensnotwendig, wie die literarischen Quellen bezeugen.
Diese These etablierte sich mehr oder weniger, obwohl die Grabreliefs von Fremden und Metöken nicht
systematisch untersucht wurden. Auch fand keine kritische Auseinandersetzung mit den schriftlichen
Quellen statt, ebenso wenig wie ein Vergleich mit den Grabmälern anderer Regionen. Gerade diese methodische
Analyse des Materials ist aber notwendig, um zu Erkenntnissen über diese Reliefs, ihre Besitzer und
über die athenische Gesellschaft zu gelangen. Im Aufsatz möchte ich von einem Fallbeispiel einer sog.
Berufsszene sprechen, nämlich der jungen "Frau mit Korb". In diesem Motiv werden sowohl Athenerinnen
als auch Nicht-Athenerinnen dargestellt, wie die Beinschriften auf den Grabreliefs bezeugen. Wie sind
diese Szenen zu deuten? Sind hier tatsächlich Töcher von Nicht-Bürgern und von ärmeren Athenern
dargestellt? Tritt das Motiv nur in Attika oder auch in anderen Regionen auf? Wie ist dies dort zu
deuten? Kann man eine allgemein gültige Interpretation des Motivs annehmen?
von Milica Tapavicki-Ilic
Viminacium was the capital city of the Roman province Moesia Superior and an important military stronghold
on the right Danube bank.
During the excavations of Viminacium, some 14.000 Roman graves were discovered, dating from the 1st to the
middle of the 5th century A.D. Among them, there were graves in which finds were unearthed, which, by typology and
provenience, belong to the Late Iron Age, more precisely to the Celtic-Scordiscian and Dacian material
culture. In some cases, Late Iron Age finds were found side by side with typically Roman objects.
The goal of this paper is to examine the sex of pesons buried in such graves, as well as their social
status within the population of Viminacium. Since no anthropological data are available for the site, research
will primarily be based on the grave-goods themselves and comparisons with other finds, either from the
same necropolis or from neighbouring areas.
von Ines Beilke-Voigt
Erst in der jüngeren Vergangenheit wird sich zunehmend mit dem Thema Kind beschäftigt und es in den Fokus der
Forschungen gestellt. Dies bezieht sich auf unterschiedliche Fragestellungen, die nicht nur von den
archäologischen Fächern formuliert werden, sondern auch seitens der Kultur- und Kunstgeschichte,
Ethnographie, Geschlechterforschung, Anthropologie und Sozialgeschichte im Interesse stehen.
Im Mittelpunkt dieses Beitrages stehen die weiblichen Kinder, die unter der Fragestellung analysiert werden,
ob sie die "schlechteren" Kinder und eher von Vernachlässigung, Aussetzung und Tötung betroffen waren als
Jungen. Ausgehend von den antiken Schriftquellen soll herausgearbeitet werden, ob den Überlieferungen
zufolge eine Geschlechterbevorzugung postuliert werden kann. Dieses wird mit Darstellungen von Jungen-
und Mädchenbildnissen sowie Grabinschriften abgeglichen.
Im Weiteren werden die archäologischen Befunde von Kleinstkindern zusammengestellt, zu denen es
anthropologische Untersuchungen gibt. Dabei wurde sich auf römerzeitliche Siedlungsbestattungen im
provinzialrömischen Gebiet konzentriert, da seitens der archäologischen Forschung für diese Kinder immer
wieder eine Kindstötung angenommen wird.
Ethnologische Berichte und ein Blick in die Verhaltensforschung sollen letztendlich Beweggründe einer
möglichen Geschlechterbevorzugung und Kindstötung zusammenführen und zu Erklärungen beitragen.
von Sandra Pichler/Hannele Rissanen
Die spätlatènezeitliche Siedlung Basel-Gasfabrik (Kanton Basel-Stadt, Schweiz) und zwei zugehörige
Gräberfelder werden seit Jahrzehnten intensiv erforscht. Sowohl auf den Gräberfeldern als auch in der
Siedlung wurden zahlreiche Skelette von Foeten, Säuglingen und Kleinkindern gefunden. Das Nebeneinander
von regulären Gräbern und dem Verbleib von Kindern in der Siedlung ist auffällig und eröffnet zahlreiche
Fragen zur sozialen Stellung und möglichen Wertschätzung von Kindern in der späten Eisenzeit. Am
Beispiel von Bestattungen aus den Gräberfeldern und der Siedlung werden die Unterschiede in der
Behandlung von sehr jung verstorbenen Kindern aufgezeigt. Fragen ergeben sich in Bezug auf potentielle
Selektionskriterien in der Wahl des Niederlegungsortes ebenso wie auf die Altersstruktur und den
Ernährungs- und Gesundheitszustand der Kinder. Auf den Gräberfeldern zeigen sich deutliche Unterschiede
in den Beigabensitten zwischen Kinderbestattungen und den Bestattungen der erwachsenen Individuen.
Neben der Diskussion von Quantität und Qualität von Beigaben in Kindergräbern stellt sich die Frage
nach einer möglichen alters- und geschlechtsspezifischen Ausstattung.
Die Untersuchung der Kinderskelette des Fundplatzes Basel-Gasfabrik ist Teil des interdisziplinären
Forschungsprojektes "Über die Toten zu den Lebenden: Menschliche Überreste vom spätlatènezeitlichen
Fundplatz Basel-Gasfabrik und ihre kulturgeschichtlichen Deutungen". Es hat zum Ziel, in intensiver
Zusammenarbeit von Archäologie, Anthropologie, Archäozoologie, Archäobotanik, Geoarchäologie,
Biogeochemie und Molekulargenetik ganzheitliche kulturgeschichtliche Deutungen für den komplexen
Umgang mit Toten in der Spätlatènezeit zu erarbeiteten.
von Leonie C. Koch
Die Interpretation von Grabbeigaben hat in den letzten Jahrzehnten einen deutlichen Wandel
erfahren. Die frühere Vorstellung einer Ausstattung für das Jenseits ist der Betonung des
repräsentativen Charakters der Beigaben im Diesseits während der Bestattungsvorgänge gewichen.
Ein deutlicher Schwerpunkt liegt in der Interpretation bestimmter Beigaben als "Prestige"-Objekte
und Anzeiger für Rollen und soziale Stellung. Meist werden "reiche" Gräber mit einem hohem
sozialen Status gleichgesetzt. Dass Grabbeigaben nicht allein durch die Rolle und den Stand eines
Individuums indiziert sind, sondern weitere Aspekte eines Individuums reflektieren, wurde erst
kürzlich von K. P. Hofmann (2008) thematisiert. Neue Ansätze, wie der Verweis auf die
Bestattungsgemeinschaft, den Verlauf der Zeremonie, aber auch Emotionen, die sich auf die
Zusammensetzung der Beigaben auswirken können, treten in jüngster Zeit zu den üblichen
Interpretationen. "Reiche" Kindergräber, vor allem Mädchenbestattungen, gelten üblicherweise als
ein Indikator für einen vererblichen hohen Status, da das Prestige, das sich in den besonderen
Beigaben wiederspiegele noch nicht von einer jungen Person erworben sein könne, so das Argument.
An villanovazeitlichen Gräberfeldern wie Veji, Quattro Fontanili oder Tarquinia Villa Bruschi
Falgari sollen alternative Deutungsmöglichkeiten für das früheisenzeitliche Etrurien überprüft
werden. Es ist nach den möglichen gesellschaftlichen Rollen zu fragen, die Kinder, vor allem
Mädchen, in den früheisenzeitliche Gesellschaften inne gehabt haben können.
von Dirk P. Mielke
Das im Jahre 1971 entdeckte Grab 155 der Nekropole Cerro del Santuario (Baza/Granada) gehört zu den
wenigen herausgehobenen iberischen Bestattungen, die ungestört geborgen werden konnten. In einer
unterirdisch angelegten quadratischen Grabkammer aus der ersten Hälfte des 4. Jhs. v. Chr. wurde
die ca. 1,30 m hohe Skulptur einer weibliche Figur auf einem geflügelten Thron entdeckt, die zu den
herausragendsten Werken der iberischen Skulptur gehört und dem Grab seinen Namen gab.
Diese Skulptur diente als Bestattungsbehältnis für die Asche einer 20-30 Jahre alten Frau. Neben
einigen wohl extra für die Bestattung hergestellten Gefäßen wurde in der Grabkammer auch eine
komplette Waffenausstattung gefunden.
Das Grab stellt somit nicht nur archäologisch eine exzeptionelle Bestattung dar, sondern spiegelt,
wie ein Vergleich mit den sonstigen Hinterlassenschaften der iberischen Kultur zeigt, offensichtlich
eine besondere Rolle der bestatteten Person in der iberischen Gesellschaft wider. Die soziologische
Interpretation, zu der auch die Frage kulturell bedingter Geschlechterrollen in der iberischen
Gesellschaft gehört, ist jedoch mit vielen Problemen verbunden, da schriftliche Eigenzeugnisse der
iberischen Kultur kaum überliefert sind. So können wir zwar relativ einfach sagen, was archäologisch
normal bzw. besonders ist, doch wird bei der soziologischen Interpretation schnell deutlich, wie
Geschichte von Forschern und Forscherinnen gemacht wird, sei es über Modelle, Analogien oder
unreflektierte Vorstellungen. Der Vortrag möchte den Weg vom Befund zu den Interpretationen
beschreiten und die damit verbundenen Probleme unter dem Aspekt der Gendersoziologie beleuchten.
von Jasmin Kaiser/Gabriele Manschus
Noch immer muss der Forschungsstand zur Billendorfer Kultur als ungenügend bezeichnet werden. Zwar wurden
in den letzten Jahren einige, zumeist kleinere Gräberfelder vorgelegt und die Grabinventare besprochen, doch
fehlen umfassende Auswertungen mit repräsentativen Ergebnissen. Eine Auseinandersetzung mit der Darstellung
sozialer Aspekte in den Bestattungssitten einschließlich der Herausarbeitung alters- und
geschlechtsspezifischer Merkmale steht erst am Anfang. Dies liegt vor allem darin begründet, dass
nur wenige Leichenbrände anthropologisch untersucht wurden. Diese Forschungslücken können durch die
Aufarbeitung größerer Gräberfelder geschlossen werden.
Der Schafberg von Niederkaina in der Oberlausitz ist der größte Bestattungsplatz der westlichen Lausitzer
Kultur. In der frühen Eisenzeit war die Region um Bautzen ein bedeutendes Siedlungszentrum. Diesen
zeitlichen Abschnitt repräsentieren in Niederkaina 1200 Gräber der Billendorfer Kultur. Sie werden derzeit
im Rahmen eines DFG-Projektes aufgearbeitet. Im Vordergrund der Auswertung stehen die Untersuchung der
Bestattungssitten, die Ausarbeitung einer überregional gültigen Chronologie sowie die Analyse der Struktur
und Genese des Gräberfeldes.
Die exzeptionell gut ausgestatteten früheisenzeitlichen Kammergräber weisen komplexe Ausstattungsmuster und
große gegliederte Geschirrsätze auf. Da ein großer Teil dieser Gräber anthropologisch untersucht wurde, ist es
erstmals möglich, repräsentative Aussagen über Geschlechterrollen in den Bestattungssitten zu treffen und
deren Entwicklung über den gesamten Zeitraum der Billendorfer Kultur auf einem Gräberfeld nachzuzeichnen.
von Jörg Fritz
Das Anfang der 1980er Jahre entdeckte Gräberfeld von Großeibstadt II, Lkr. Rhön-Grabfeld, stellt bisher
immer noch die am reichsten ausgestattete Nekropole im Grabfeldgau Unterfrankens und Südthüringens dar. Es liegt
unweit der bekannten Steinsburg und enthielt neben "einfachen" Brandgräbern und einigen für die Hallstattzeit
typischen Kammergräbern mit bescheidenem Geschirrsatz auch sechs reich ausgestattete Kammergräber nach
böhmischen Muster mit Wagenbestattungen und reichem Geschirrsatz sowie Tracht. Diese bereits von der nicht
weit entfernten Schwesternekropole Großeibstadt I bekannten Gräber waren bisher immer männlichen Toten
zugeordnet. In Großeibstadt II hingegen konnten zum ersten Mal zwei Frauenbestattungen mit ganz ähnlichen
Ausstattungen geborgen werden, hinzu kommen noch weitere Hinweise auf solche Gräber durch Altfunde. Im
Vergleich mit anderen Bestattungen der Umgebung zeigte sich, dass die nahezu identische Tracht beider
Frauen sich zwar etwas von den geläufigen Mustern der Umgebung abhebt, aber keine exotischen Dinge
beinhaltet, wie sie aus den Männergräbern bekannt sind. Ebenso verhielt es sich mit den zwar
umfangreichen, aber in ihrer Zusammensetzung kaum überraschenden Geschirrsätzen. Damit setzen sich
die beiden Gräber allein über die Bestattungsart und die Fülle der Beigaben von den übrigen
Frauenbestattungen im Grabfeldgau ab, im Gegensatz zu den Männergräbern, die häufiger mit Exporten
und seltenen Gegenständen ausgestattet sind. Wie sind diese Gräber anzusprechen? Sind es die Gräber
der weiblichen Elite der hallstattzeitlichen Gesellschaft oder "nur" Sonderbestattungen einiger weniger Frauen?